Auch 2015 war ein spannendes Kestenberg-Jahr

Auch 2015 war wieder ein spannendes „Kestenberg-Jahr“ werden, das versprachen bereits die Reaktionen auf die Kestenberg-Biographie von Wilfried Gruhn (s.u.).

 

Die Reihe der Kestenbergtagungen wurde auch in diesem Jahr fortgesetzt. Eine wichtige Wegmarke war  die Luxemburger Tagung "Kestenberg und die Europäische Musikpädagogik" sein, die am 20. Juni 2015 in der Universität Luxemburg abgehalten wurde.

Hier der Link auf die Website der Luxembourg Society for Music Education mit dem Programm der Tagung

 

Auch die Gelegenheit der Mitgliederversammlung unserer Gesellschaft wurde genutzt, um im Rahmen einer Tagung das Thema „Kestenberg und die Neue Musik“ aufzugreifen: Wir haben Dr. Dietmar Schenk für einen Vortrag und Prof. Kolja Lessing für ein Gesprächskonzert gewinnen können.

 

Sowohl die Referate aus der Luxemburger Tagung als auch der Vortrag von Dietmar Schenk sind mittlerweile in den WürzburgerHeften zur Musikpädagogik Vol. 8 publiziert worden.

Leo Kestenbergund musikalische BIldung in Europa. Herausgegeben von Damien Sagrillo, Alain Nitschké und Friedhelm Brusniak. Weikersheim (Markgraf Publishers) 2016.



Wilfried Gruhn: "Wir müssen lernen, in Fesseln zu tanzen". Kestenbergs Leben zwischen Kunst und Kulturpolitik.

Im Frühjahr erschien die Kestenberg-Monografie des Herausgebers der Gesammelten Schriften Kestenbergs, Wilfried Gruhn. Wir zitieren aus der Verlagsmitteilung:

 

Leo Kestenberg, ein Repräsentant des intellektuellen deutschen Judentums, das europäische Aufklärung mit jüdischem Geist verband, droht heute als bekannter Unbekannter zu verblassen. Als Schüler Busonis und Freund Artur Schnabels versprach er eine glänzende pianistische Karriere, widmete sich dann aber als Ministerialbeamter ganz der Volksbildung.

Seine Monographie baut auf den Erkenntnissen seiner Schriften, seiner umfangreichen Korrespondenz sowie aller Dokumente aus dem Nachlass auf und ermöglicht eine neue Würdigung dieses Künstlers und Pädagogen, Bildungspolitikers und Reformers, der mit vielen Künstlern und Intellektuellen seiner Zeit in enger Verbindung stand. Nach seiner Emigration nach Palästina 1938 wurde er zum zweiten Mal zum Reformer, Lehrer und Organisator, der die israelische Musikerziehung neu begründet hat. Seine nachhaltige Wirkung auf die Bildungspolitik und das Musikwesen in Deutschland wie in Israel bietet ein Beispiel für die große Bedeutung jüdisch aufgeklärten Geistes auf die Kultur- und Geistesgeschichte Europas.

 

Aus dem Inhalt:

  1. Frühe Kindheit und Elternhaus: Rosenberg und Prag 1882 -1889
  2. Kunst und Sozialismus: Lehr- und Wanderjahre: Frühe Erfahrungen in Reichenberg 1889-1904
  3. „Liebster, verehrtester Meister!“: bei Busoni in Weimar 1900 und Berlin 1904
  4. Vom Pianisten zum Volkserzieher: Sozialdemokratische Bildungsarbeit in Berlin 1904-1930
  5. Bildungsbegriff und Kunstverständnis
  6. Die Reformen des Preußischen Musikwesens: Schul- und Privatunterricht 1922-1932
  7. Musikpolitik in Preußen: Berlin 1920-1932
  8. Universalismus und Internationalismus: Exil in Prag und Paris 1933-1938
  9. Am anderen Ufer: Neubeginn in Tel Aviv 1938-1962
  10. Religion und Judentum, Sozialismus und Zionismus
  11. „Wir müssen lernen, in Fesseln zu tanzen.“ Mensch – Lehrer – Künstler

 240 Seiten, Fotos und Dokumente, geb. 28,00 €. Erschienen im Frühjahr 2015

www.wolke-verlag.de