Ricci Horenstein fand in Leo Kestenberg einen Lehrer, der sie in seiner Klavierstunde und darüber hinaus als angehende Pianistin und Klavierpädagogin förderte. Sie wurde von ihm bis zu 5 mal wöchentlich unterrichtet, ohne daß er ein Honorar verlangte.
Überdies gab sie als Kestenberg-Schülerin zahlreiche öffentliche Konzerte, zu denen Kestenberg selbst die Einführungsvorträge hielt, und erteilte seine jüngsten Schülern Klavierunterricht.
Kestenberg ging in seinen Stunden am Klavier stets auch über die Musik hinaus und eröffnete ihr durch Einführungen in die Philosophie, die Literatur und die Bildende Kunst neu Horizonte. Für Ricci, die voller ehrgeiziger pianistischer Absichten, aber auch voller offener Fragen war, wurden diese Klavierstunden zu einem inspirierenden Abenteuer. Ebenso inspirierend mögen sie für Leo Kestenberg gewesen sein. Jedenfalls widmete er die erste Version seines Lehrgedichtes "Meine Klavierstunde" an Ricci Horenstein.
Heute lebt Ricci in London und genießt als Klavierpädagogin ein internationales Renomée. In ihrem Interview faßt sie ihre Studienjahre mit Kestenberg auf temperamentvolle und pointierte Art und Weise zusammen.