Berlin

Von Kestenberg gegründete oder reformierte musikalische Einrichtungen in Berlin

Musikschule
Berliner Hochschule für Musik
Akademie für Kirchen- und Schulmusik
Musikabteilung im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht
Krolloper

Musikschule

Von 1923 an wurden Musikschulen als Einrichtungen der Breitenbildung gegründet. Jede Musikschule hatte ein eigenes Konzept und einen eigenen Unterrichtsaufbau. Sie alle teilten Grundeinstellungen der Jugendmusikbewegung. Die erste Musikschule wurde in Berlin-Charlottenburg eingerichtet und von Fritz Jöde, der zentralen Figur der Jugendmusikbewegung, geleitet.


Berliner Hochschule für Musik und Akademie für Kirchen- und Schulmusik

 Die umfassende Reformierung der Berliner Hochschule für Musik bildete einen Schwerpunkt in Kestenbergs Musikpolitik und ihr weltweites Renommee wurde durch die von ihm durchgesetzten Reformen und Berufungen wesentlich befördert. An dem neu eingeführten Seminar für Musikerziehung wurden überdies Musiklehrer und erstmals auch Musiklehrerinnen für den Grundschulunterricht ausgebildet.

Ausserdem erweiterte er die Berliner Akademie für Kirchenmusik zu einer Akademie für Kirchen- und Schulmusik. Hier wurde der Studiengang „Schulmusik" mit dem Abschluß des staatlich geprüften Musikstudienrates eingeführt. Die ersten 7 Prüfungen zum „Musik-Studienrat" wurden noch im Beisein Kestenbergs abgenommen.

Beide Institutionen, Hochschule für Musik und Akademie für Kirchen- und Schulmusik, wurden zu Vorgängereinrichtungen der heutigen Fakultät Musik an der Universität der Künste Berlin.

Literaturhinweis: Dietmar Schenk, Die Hochschule für Musik zu Berlin. Preußens Konservatorium zwischen romantischem Klassizismus und Neuer Musik, 1869-1932, Franz Steiner Verlag: Stuttgart 2004.


Musikabteilung am Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht

 Die Musikabteilung im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht ermöglichte es Kestenberg, auch auf Republiksebene tätig zu werden. Von hier aus wurden von 1921-1928 zur Weiterbildung der Lehrer in ganz Deutschland die ersten Schulmusikwochen organisiert, die seit 1955 als Bundesschulmusikwochen vom Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) weiter geführt werden. Seit 1988 wird in ihrem Rahmen alle zwei Jahre die Kestenbergmedaille verliehen „für besondere Verdienste um die Förderung schulischer Musikerziehung".


Krolloper 1927-1931

An der Krolloper (ehemals gelegen gegenüber dem Reichstagsgebäude, jetzt Sitz des Bundestages, zwischen Paul-Löbe-Allee, Scheidemannstraße und Großer Querallee)
war zwischen 1927 und 1931 die Avantgarde des deutschen Musik- und Opernbetriebes versammelt. Künstler wie der Dirigent Otto Klemperer, die Komponisten Arnold Schönberg, Paul Hindemith und Igor Strawinsky, die Regisseurin Natalja Saz, die Bühnenbildner Ewald Dülberg und Llaszlo Moholy Nagy u.a. prägten diese Phase, die der Regisseur Hans Curjel 1928 als „Experiment Krolloper" bezeichnete.

Das Experiment scheiterte, zunächst in finanzieller, dann in politischer Hinsicht: Wesentliche Faktoren waren die Wirtschaftskrise, räumliche Engpässe wegen der zeitweiligen Opernschließung und die mangelnde Akzeptanz der Aufführungen beim Arbeiterpublikum, das über den Volksbühnenverein als Zielgruppe eingeplant war. Dieses finanzielle Scheitern bot den Gegnern des Projektes letztlich die Gelegenheit zum politischen Sturm auf die Krolloper, die im Zuge der nationalsozialistischen Machtergreifung 1931 geschlossen wurde.

Vgl.: http://www.krolloper-berlin-paris.com/html/das_projekt.html

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